Vorarbeiten Teil 3 – Zähne putzen

Farah Eggers

Vorarbeiten - Teil 3: Zähne putzen

Die Frage aller Fragen: Muss ich meinem Pudel die Zähne putzen und wofür ist es überhaupt gut?

In der heutigen Zeit wird die Zahnpflege beim Pudel aufgrund von verschiedenen Faktoren immer wichtiger. Zum einen können sich bei kleinen Hunden durch die anatomische Beschaffenheit des Kiefers wie z.B. bei einem langen, schmalen Fang und relativ engstehenden Zähnen, Essensreste in den Zahnzwischenräumen ansammeln. Dadurch entwickeln sich schneller Bakterien im Maul und Zahnbelag (Plaque) entsteht. Ein weiterer Faktor ist oft die Ernährung. Heute bekommen viele Hunde fertiges, industriell hergestelltes Trocken- und Dosenfutter oder manchmal auch Kleinigkeiten von unserem Essen. Dies enthält oft Getreide, Zucker oder Kohlenhydrate, welche ein idealer Nährboden für die Zahnstein bildenden Bakterien sind. Durch das vergären von Kohlenhydraten in der Nahrung entstehen Säuren, welche die Speichelzusammensetzung im Maul ändern und ein saures Milieu entsteht. Dadurch wird die Bildung von Zahnbelag bis hin zum Zahnstein begünstigt.

Vor dem Zähneputzen: Zahnbelag mit Übergang zum Zahnstein.

Im Welpenalter haben Pudel normalerweise strahlend weiße Zähne. Zur Übung solltest du aber schon im Junghundalter mit der Zahnpflege beginnen, damit dein Pudel sich daran gewöhnt. Dann ist es später, wenn er mit zunehmendem Alter die Zähne geputzt bekommen muss viel einfacher. Idealerweise erfolgt die Zahnreinigung im Erwachsenenalter täglich, da Zahnbelag schon nach drei bis fünf Tagen zu festem Zahnstein werden kann.

Aus hygienischen Gründen kannst du für das Zähneputzen auch Einweghandschuhe verwenden.

Übung macht den Meister

Wenn dein Pudel das Zähneputzen nicht gewöhnt ist, beginnst du es am besten Schritt für Schritt zu üben. Man kann zuerst mit gut schmeckender Hundezahnpasta beginnen. Lass deinen Pudel eine kleine Menge Zahnpasta vom Finger ablecken, damit er merkt dass der Geschmack der Zahnpasta angenehm ist. Danach gewöhne deinen Pudel zuerst an die Berührung von Zähnen, Maul und Lefzen. Dafür nimm anfangs zuerst deine Finger zum Üben und streichel und berühre alles vorsichtig. In kurzen Übungseinheiten lernt dein Pudel so, dass Berührungen im Maulbereich nicht schlimm sind. Zusätzlich kannst du noch üben, dass er sich dabei z.B. hinsetzt oder hinlegt und stillt hält. Erst wenn dies gut klappt, kann man mit der Zahnbürste weiter trainieren.

Sollte dein Pudel allerdings hierbei gar nicht still halten oder beißen und knurren, ist Vorsicht geboten und man sollte sich eventuell einen Hundetrainer zur Hilfe nehmen

Die meisten Hunde mögen Hundezahnpasta mit Geschmack sehr gerne. Dadurch kann das Zähneputzen positiv in Erinnerung bleiben.

Einsatz der Zahnbürste

Je nach Maul- und Zahngröße solltest du auch eine unterschiedlich große Zahnbürste verwenden. Du kannst entweder eine Kinder- oder eine spezielle Hundezahnbürste nehmen. Die Borsten sind hierbei weicher und gerade für kleine Pudel eignen sich besonders kleinere Zahnbürstenköpfe gut. Am besten beginnst du mit den Fangzähnen, da dort der Hund am unempfindlichsten ist. Bevor es losgeht solltest du die Zahnbürste mit Wasser anfeuchten und die Zahnpasta aufbringen. Wichtig: Es muss eine spezielle Hundezahnpasta sein, da die normale Zahnpasta für Menschen zu scharf im Geschmack ist und sogar giftig für Hunde von den Inhaltsstoffen sein kann.

Du solltest die Zähne vorsichtig vom Zahnfleisch weg in senkrechter Richtung putzen.

Wenn das Putzen der Fangzähne klappt, folgt dann das Putzen der Backenzähne und erst zum Schluss werden die Schneidezähne geputzt.

Bei geschlossenem Gebiss kannst du die oberen Backenzähne putzen. Dafür musst du mit dem Bürstenkopf unter die Lefze fahren. Hier ist oft ein kleiner Bürstenkopf von Vorteil.

Putze zuerst die Schneidezähne von außen. Dafür kannst du leicht die Lefzen anheben.

Um die unteren Backenzähne zu erreichen, muss dein Pudel leicht sein Maul öffnen. Dann kannst du auch dort gut putzen.

Tipp: Nicht mit den Schneidezähnen als Erstes beginnen, dort sind Hunde sehr empfindlich!

Zum Schluss kannst du auch versuchen die Innenseiten der Zähne zu putzen.

Für die Zahninnenseiten kannst du die Zahnbürste leicht anwinkeln um die Stellen
besser zu erreichen.

Neben der Zahnbürste gibt es auch noch spezielle Zahnsteinentferner aus Metall in verschiedenen Ausführungen. Für die Zahnreinigung kann statt Hundezahnpasta alternativ auch Schlämmkreide oder spezielles Zahngel verwendet werden. Egal wofür du dich entscheidest, du solltest aber immer aufpassen, dass du das Zahnfleisch und den Zahnschmelz nicht verletzt und die verwendeten Produkte keine für Hunde schädlichen oder gefährlichen Inhaltsstoffe beinhalten.

Es gibt heute eine große Auswahl an Zahnbürsten und Zahnpflegeprodukten für Hunde.
Je nach Pudel-, Zahn- und Maulgröße musst du einfach ausprobieren womit du am besten arbeiten kannst.

Mangelnde Zahnpflege kann gravierende Folgen haben. Was anfänglich mit leichten Verfärbungen und Zahnbelag, vor allem im Grenzbereich zwischen Zahnfleisch und Zahn beginnt, kann schon nach kurzer Zeit zu rauen, festen Ablagerungen und Zahnstein werden. Vor allem außen an Fang-, Backen und Reißzähnen. In diesem Stadium bildet sich dann auch das Zahnfleisch schon an einigen Stellen zurück. Es können sogar Zahnfleischentzündungen bis hin zu Blutungen am Zahnfleisch auftreten. Dadurch leidet der Hund dann unter Umständen auch an Appetitlosigkeit oder starkem Mundgeruch. Dies kann schließlich sogar zu Vereiterungen mit späterem Zahnverlust führen. Bei älteren Pudeln kann man durch regelmäßige Zahnpflege so den Zahnverlust vorbeugen. Denn gerade schwere Vereiterung und faulende Zähne können auch zu weiteren gesundheitlichen Problemen und organischen Erkrankungen des Pudels führen.
Die Zahn- und Maulhygiene sollte man also nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Bei diesem Hund wurden die Zähne nie geputzt (Kundenhund).

Zahnpflege-Alternativen

Sollte sich dein Pudel das Zähneputzen gar nicht gefallen lassen oder es für dich zu gefährlich sein, dann gibt es auch noch Alternativen für die Zahnpflege. Es gibt inzwischen z.B. eine große Auswahl an Hundespielzeug zum Zähneputzen. Dein Pudel kann auch durch Kauen von Kaustangen oder anderen natürlichen Kauartikeln sich die Zähne selber reinigen. Es gibt auch Futterzusätze auf natürlicher Basis und spezielle Zahnpflege Leckerlies, die die Zahnbelagbildung verringern. Bei regelmäßiger Anwendung kann so die Bildung von Zahnbelag minimiert werden.

Leckerer Kauspaß zum Zähneputzen.

Bei regelmäßigem Zähneputzen und Zahnpflege hat der Pudel auch im Erwachsenenalter
noch strahlend weiße Zähne.

In der nächsten Ausgabe folgt dann der zweite Teil der Ohrenpflege, das Reinigen der Ohren.

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Bild und Text © Farah Eggers

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