Vorarbeiten Teil 2 – Ohren reinigen

Farah Eggers

Vorarbeiten - Teil 2: Ohren reinigen

Die Ohrenpflege des Hundeohres wird unterteilt in Ohrhaare entfernen und Ohren reinigen. Nachdem wir uns in der letzten Ausgabe mit dem Entfernen der Ohrhaare beschäftigt haben, folgt dieses Mal die Reinigung des Hundeohres.

Normalerweise kann sich ein gesundes Hundeohr selbst reinigen und benötigt keine zusätzliche Reinigung durch den Besitzer. Hunde produzieren in der Regel nur die Menge an Ohrenschmalz, die benötigt wird um Schmutzpartikel im Ohr zu binden und abzutransportieren. Ohrenschmalz und Schmutz werden gemeinsam vom Inneren des Ohres in Richtung Ohrmuschel transportiert, von wo aus sie durch den ausgelösten Schüttelreflex des Hundes aus dem Ohr herausgeschleudert werden.

 

Gesundes, sauberes Pudelohr: Hier ist keine Reinigung erforderlich.

Ein gesundes Hundeohr erkennt ihr daran, dass es sauber, gut durchblutet, frei von Gerüchen, frei von dunklem Sekret ist und eine leicht rosafarbene Färbung hat. Sind die Ohren sauber, brauchen sie nicht gereinigt werden, da der natürliche Reinigungsprozess einwandfrei funktioniert. In diesem Fall kann eine zusätzliche und unnötige Reinigung sogar das natürliche Gleichgewicht stören und im schlimmsten Fall Ohrprobleme verursachen.

Eine gründliche Betrachtung des Ohres ist daher immer der erste Schritt und kann viel darüber aussagen ob und in welchem Umfang eine Reinigung benötigt wird. Ihr solltet regelmäßig sowohl die Außenseite (Verletzungen, Kratzer, Parasiten) als auch die Innenseite des Ohres kontrollieren.

Pudelohr mit leichtem Schmutz. Ohrhaare sollten immer nur bei einem sauberen Ohr gezupft werden. Bei schmutzigen Ohren beginnt man immer zuerst mit der Reinigung und verschiebt das Zupfen auf einen anderen Tag.

Sieht das Hundeohr nicht wie das zuvor beschriebene gesunde Ohr aus und ist geschwollen, stark gerötet, schuppig, mit sehr viel dunklem Ohrenschmalz gefüllt, stark riechend und der Hund eventuell sogar schmerzempfindlich beim Berühren des Ohres, sind dies oft Indizien für Ohrprobleme bzw eine Ohrenentzündung. Oft zeigt der Hund dann auch ein verändertes Verhalten: Er schüttelt sich oft, kratzt sich vermehrt am Ohr oder hält den Kopf schief. Auslöser einer Ohrenentzündung können vielseitig sein von Fremdkörpern im Ohr, Milben, Allergien, Bakterien, Hefepilze bis hin zu organischen Ursachen. Bei einer Ohrenentzündung solltet ihr auf jeden Fall umgehend zum Tierarzt gehen, da diese behandelt werden muss. Eine Nichtbehandlung kann sogar zu Gleichgewichtsstörungen oder komplettem Hörverlusts führen.

Die Reinigung des Ohres ist ein sehr sensibles Thema und Ohrenprobleme sollten immer mit dem Tierarzt abgestimmt werden. Seid ihr euch unsicher, ist es immer besser einmal mehr zum Tierarzt zu gehen für eine korrekte Einschätzung und Behandlung.

Welche Hunde sind anfälliger für Ohrprobleme?

Hunde haben einen sehr langen, L-förmigen Gehörgang. Dadurch kann sich Ohrenschmalz tief im Gehörgang ablagern. Rassen wie z.B. der Pudel mit dichtem, längerem Fell und hängenden Ohren neigen besonders zu Ohrproblemen. Bedingt durch die Haare kann der Gehörgang verstopft und verdeckt werden und die fallende Ohrstruktur erschwert darüber hinaus noch die Belüftung des Gehörgangs. Gerade bei den kleineren Hundegrößen kann der Gehörgang zusätzlich noch verengt sein. Durch diese Faktoren ist eine optimale Luftzirkulation nicht mehr gewährleistet, das Herausschleudern von Schmutz und Ohrenschmalz funktioniert nicht mehr auf natürliche Weise und bildet dadurch einen idealen Nährboden für Erreger.

Aber auch für Hunde, die sehr viel schwimmen gehen, besteht ein höheres Risiko für Ohrprobleme, da über das Wasser z.B. Bakterien in den Gehörgang gelangen können.

Links: Schmutziges Ohr mit ersten Anzeichen von Ohrproblemen.
Rechts: Beginnende Ohrprobleme mit stärkerem Schmutz (Kundenpudel).
In beiden Fällen Kontrolle beim Tierarzt empfehlenswert.

Aufbau des Hundeohres

Das Hundeohr besteht aus drei Bereichen: dem Außenohr, dem Mittelohr und dem Innenohr. Das äußere Ohr unterteilt sich in die Ohrmuschel und den äußeren Gehörgang. Der L-förmige Gehörgang endet schließlich am Trommelfell, welches als Membran die Schallwellen auffängt und an das Mittelohr weiterleitet. Das Innenohr ist der empfindlichste Teil des Ohres. Hier befindet sich auch das Gleichgewichtsorgan.

Ohrenentzündungen können generell in allen Bereichen des Ohres entstehen. Die meisten Ohrprobleme treten allerdings überwiegend im Außenohr auf. In jedem Fall sollte ein Tierarzt für die richtige Diagnose aufgesucht werden.

Ohren richtig reinigen & Ohrprobleme vorbeugen

Solltet ihr bei der Kontrolle des sonst gesunden Pudelohres feststellen, dass es schmutzig ist oder sich etwas zu viel Ohrenschmalz angesammelt hat, dann ist die Reinigung des Ohres empfehlenswert und sinnvoll.

Die Ohrmuschel und der obere Gehörgang kann bei geringen Mengen an Schmutz ganz einfach mit einem Feuchttuch ohne Zusatzstoffe und Parfüm gereinigt werden. Dafür kann ein Feuchttuch auch um den Zeigefinger gewickelt werden und das Ohr vorsichtig gereinigt werden.

Reinigung des äußeren Gehörgangs und Ohrmuschel mit einem Feuchttuch.

Für die Ohrreinigung des Gehörgangs gibt es spezielle Ohrreiniger
(erhältlich als einzelne Ampullen oder größere Vorratsflaschen), die Verschmutzungen und Ohrenschmalz aufweichen und daher besser aus dem Ohr entfernt werden können. Darüber hinaus haben die Ohrreiniger auch pflegende Eigenschaften für den Gehörgang. Dies minimiert das Risiko von Hautirritationen. Ihr solltet darauf achten, dass euer Ohrreiniger keinen Alkohol enthält, denn Alkohol kann auf der Haut und im Ohr brennen und die Haut reizen oder austrocknen.

Eintropfen des Ohrreinigers.

Bei Hunden, die zu Ohrenproblemen neigen oder schon einmal eine Entzündung hatten, empfiehlt sich eine wöchentliche Kontrolle und regelmäßige Reinigung nach Absprache mit dem Tierarzt im Abstand von ungefähr ein bis zwei Wochen bis sich die Sekretbildung im Ohr wieder normalisiert hat.

Für die Reinigung mit dem Ohrreiniger lasst ihr etwas Flüssigkeit am besten direkt aus der Flasche in den Gehörgang laufen. Der Ohrreiniger muss für die Reinigung des Ohres angenehm körperwarm sein. Andernfalls ist es für den Pudel sehr unangenehm wenn der Reiniger zu kalt in den Gehörgang fließt. Danach wird die Ohrmuschel massiert und die Lösung im Gehörgang verteilt. Abschließend soll sich der Hund schütteln um die gelösten Verschmutzungen zu lösen. Bei starken Verschmutzungen empfiehlt sich die Reinigung im Freien, damit man keine Rückstände nach dem Schütteln an Möbeln oder Wänden hat.

Den Ohrreiniger gut einmassieren und im Ohr verteilen. Dafür kann das Ohr leicht angehoben werden um den Reiniger besser in den Gehörgang laufenzulassen.

Auf keinen Fall sollten Wattestäbchen für die Reinigung benutzt werden. Damit kann der Schmutz nur noch tiefer ins Ohr geschoben werden, der Gehörgang kann verletzt werden oder auch Fremdkörper im Ohr wie Grannen können noch tiefer ins Ohr gelangen und zu starken Entzündungen führen. 

Medikamente für die Ohrreinigung sollten nur in Absprache mit dem Tierarzt verwendet werden. Die Anwendung ist ähnlich wie bei der Ohrreinigung beschrieben, meist wird nur eine geringere Menge verwendet, da die Mittel oft dickflüssiger sind.

Das Ohr nach der Reinigung.

Beim Ohren reinigen sollte immer auf Hygiene geachtet werden. Es sollte niemals von einem in das andere Ohr z.B. mit dem gleichen Feuchttuch gewischt werden, es darf kein Schmutz an die Ohrreinigerflasche gelangen und die Hände sollten gut gesäubert werden nach jedem Ohr.

In der nächsten Ausgabe geht es dann um das Zähne putzen.

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Bild und Text © Farah Eggers

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